Zweite Studienwoche in Schlägl
Ein Jahr nach Batschuns führte die zweite Präsenzwoche vom 13. bis 20. Juli 2024 ins oberösterreichische Mühlviertel – ins Stift Schlägl, einem Ort mit über 800-jähriger Geschichte.

Das Stift Schlägl ist eine Prämonstratenser-Abtei, die 1218 gegründet wurde und seither das geistliche, seelsorgliche und wirtschaftliche Zentrum der Region bildet. Von hier aus werden zahlreiche Pfarreien betreut, das Stift betreibt Forstwirtschaft im Böhmerwald, und es beherbergt eine beeindruckende Bibliothek mit rund 60.000 Bänden sowie eine Bildergalerie mit gotischen Tafelbildern.
Die Vorlesungswoche war wieder intensiv strukturiert – Dr. Johannes Kritzl, Mag. Birgit Reininger-Eisenmann, Dr. Paul Richter und Mag. Barbara Kampf führten durch die Teile VII bis XIII des Lehrgangs. Anders als im Vorjahr hatte ich diesmal ein Einzelzimmer mit Vollpension im Seminarzentrum gebucht – eine Entscheidung, die sich als richtig erwies. Die Möglichkeit, abends noch Gespräche mit anderen Teilnehmenden zu führen und morgens direkt im Haus zu frühstücken, machte die Woche intensiver und gemeinschaftlicher.
Der Mittwochnachmittag war wieder vorlesungsfrei – und wurde diesmal für einen Besuch der Stiftsbrauerei Schlägl genutzt. Die Brauerei besteht seit 1580 und gehört damit zu den ältesten Klosterbrauereien Österreichs. Die Führung durch die Produktionsanlagen und das anschließende Verkosten verschiedener Biersorten bot einen willkommenen Einblick in die jahrhundertealte Brautradition der Prämonstratenser.

Am gleichen Nachmittag gab es eine Führung durch das Stift selbst. Wir besichtigten die romanische Krypta aus dem 13. Jahrhundert, die Stiftskirche mit ihrer barocken Pracht und die beeindruckende Bibliothek. Besonders eindrucksvoll war die Bildergalerie mit Werken altdeutscher und niederländischer Meister – ein Zeugnis der kulturellen Bedeutung, die das Stift über die Jahrhunderte hatte und bis heute hat.
Eine Woche zwischen Theologie und Tradition, zwischen Studium und stiller Einkehr in einem Ort, der seit über acht Jahrhunderten Zentrum monastischen Lebens im Mühlviertel ist.







