{"id":67,"date":"2025-12-31T16:07:26","date_gmt":"2025-12-31T16:07:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tischundwort.cc\/?p=67"},"modified":"2026-01-09T16:11:53","modified_gmt":"2026-01-09T16:11:53","slug":"impuls-silvester-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tischundwort.cc\/index.php\/2025\/12\/31\/impuls-silvester-2025\/","title":{"rendered":"Impuls Silvester 2025"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Jahr geht zu Ende. In wenigen Stunden werden wir 2025 hinter uns lassen und 2026 beginnen. Ein Zeitpunkt, an dem viele von uns innehalten \u2013 manche mit Dankbarkeit, andere mit Erleichterung, wieder andere vielleicht mit gemischten Gef\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben vorhin einander Vergebung zugesprochen f\u00fcr das, was zwischen uns stand. Damit haben wir bereits einen wichtigen Schritt getan: Wir haben das Belastende nicht einfach ins neue Jahr mitgeschleppt, sondern es abgelegt. Nun k\u00f6nnen wir freier zur\u00fcckschauen \u2013 und nach vorne blicken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das alte Jahr in Gottes H\u00e4nde legen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste Lesung hat uns an den Segen erinnert, den Aaron und seine Nachfolger \u00fcber das Volk Israel sprechen sollten: &#8222;Der Herr segne dich und beh\u00fcte dich. Der Herr lasse sein Angesicht \u00fcber dich leuchten und sei dir gn\u00e4dig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Segen ist mehr als eine sch\u00f6ne Formel. Er ist Gottes Zusage: Ich bin bei dir gewesen \u2013 und ich werde bei dir sein. Wenn wir heute auf das Jahr 2025 zur\u00fcckschauen, dann sehen wir ein Jahr, das von diesem Segen getragen war. Nicht alle Tage waren leicht. Nicht alles ist so gelaufen, wie wir es uns gew\u00fcnscht h\u00e4tten. Aber Gott war da \u2013 auch in den schweren Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht k\u00f6nnen wir das erst jetzt, am Ende des Jahres, wirklich erkennen. Im Moment selbst, wenn wir mitten in einer schwierigen Situation stecken, sehen wir oft nur die Dunkelheit. Erst im R\u00fcckblick k\u00f6nnen wir manchmal erkennen: Auch da war Gott bei mir. Auch da hat mich etwas getragen, das gr\u00f6\u00dfer war als ich selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das alte Jahr in Gottes H\u00e4nde zu legen, das hei\u00dft: Wir m\u00fcssen nicht alles verstehen. Wir m\u00fcssen nicht mit allem im Reinen sein. Wir d\u00fcrfen es nehmen, wie es war \u2013 mit Licht und Schatten \u2013 und es Gott anvertrauen. Er nimmt es an. Er nimmt unseren Dank an f\u00fcr das Gute. Und er nimmt auch das Schwere von uns, das wir nicht l\u00e4nger tragen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleich werden wir Gelegenheit haben, das ganz konkret zu tun. Wir werden auf kleine Zettel schreiben k\u00f6nnen, wof\u00fcr wir dankbar sind \u2013 und was wir loslassen m\u00f6chten. Und dann werden wir zusehen, wie sich das Papier im Wasser aufl\u00f6st. Ein Zeichen daf\u00fcr: Gott nimmt es. Wir m\u00fcssen es nicht festhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das neue Jahr mit Gottes Hilfe planen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber der Blick zur\u00fcck ist nur die eine Seite. Die andere ist der Blick nach vorne. Das neue Jahr liegt vor uns \u2013 unbekannt, voller M\u00f6glichkeiten, vielleicht auch voller Fragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jakobus warnt uns in der zweiten Lesung davor, zu selbstsicher in die Zukunft zu schauen. Er spricht von Menschen, die sagen: &#8222;Heute oder morgen werden wir in die und die Stadt reisen, dort ein Jahr bleiben, Handel treiben und Gewinne machen.&#8220; Und er erinnert sie: Ihr wisst doch nicht, was morgen sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das klingt zun\u00e4chst ern\u00fcchternd. Aber Jakobus will uns nicht entmutigen. Er will uns erden. Er will uns daran erinnern: Wir sind nicht Herrinnen und Herren \u00fcber die Zeit. Wir k\u00f6nnen planen, ja. Wir sollen sogar planen. Aber wir sollen es in Demut tun \u2013 im Bewusstsein, dass unsere Pl\u00e4ne vorl\u00e4ufig sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder jenes tun&#8220;, schreibt Jakobus. Manche verstehen das als Fatalismus, als passives Hinnehmen. Aber das ist es nicht. Es ist vielmehr eine Einladung zu einem anderen Umgang mit der Zukunft: Plane dein Leben, aber halte deine Pl\u00e4ne nicht zu fest. Setze dir Ziele, aber sei bereit, sie zu korrigieren. Geh deinen Weg, aber bleibe offen f\u00fcr Gottes F\u00fchrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Gottes Hilfe planen \u2013 das hei\u00dft nicht, die H\u00e4nde in den Scho\u00df zu legen und darauf zu warten, dass Gott alles f\u00fcr uns erledigt. Es hei\u00dft: Wir tun unseren Teil, aber wir vertrauen darauf, dass Gott mitgeht. Wir \u00fcbernehmen Verantwortung, aber wir wissen: Nicht alles liegt in unserer Hand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vertrauen statt Sorge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und genau dazu l\u00e4dt uns Jesus im Evangelium ein. &#8222;Sorgt euch nicht um morgen&#8220;, sagt er. &#8222;Der morgige Tag wird f\u00fcr sich selbst sorgen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das ist leicht misszuverstehen. Jesus spricht nicht von Verantwortungslosigkeit. Er spricht nicht gegen vern\u00fcnftige Vorsorge. Er spricht gegen die l\u00e4hmende, verzehrende Sorge, die uns den Blick f\u00fcr das Heute nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie oft machen wir uns verr\u00fcckt mit Gedanken an morgen, an n\u00e4chsten Monat, ans n\u00e4chste Jahr? Wie oft lassen wir uns die Gegenwart rauben durch \u00c4ngste vor einer Zukunft, die vielleicht nie eintritt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jesus sagt: Euer himmlischer Vater wei\u00df, was ihr braucht. Sucht zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit \u2013 dann wird euch das andere dazugegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist keine billige Vertr\u00f6stung. Das ist eine Einladung zu einem anderen Lebensstil: Lebe aus dem Vertrauen, nicht aus der Angst. Setze deine Priorit\u00e4ten richtig: Was ist wirklich wichtig? Wof\u00fcr willst du deine Zeit und Kraft einsetzen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gottes Reich suchen \u2013 das hei\u00dft im Alltag: Leben so gestalten, dass es dem entspricht, was Jesus uns vorgelebt hat. Gerecht handeln. Barmherzig sein. F\u00fcr Frieden eintreten. Achtsam mit der Sch\u00f6pfung umgehen. Zeit haben f\u00fcr die Menschen, die uns begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein gesegnetes Neues Jahr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Segen, den wir in der ersten Lesung geh\u00f6rt haben, gilt nicht nur f\u00fcr das vergangene Jahr. Er gilt auch f\u00fcr das kommende. &#8222;Der Herr segne dich und beh\u00fcte dich&#8220; \u2013 das ist keine Vergangenheit, sondern Gegenwart und Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott wird auch im neuen Jahr bei uns sein. Nicht so, dass uns alle Schwierigkeiten erspart bleiben. Aber so, dass wir nicht allein sind. Sein Angesicht wird \u00fcber uns leuchten \u2013 auch in dunklen Tagen. Er wird uns Frieden schenken \u2013 auch wenn die Welt um uns herum unfriedlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das alte Jahr legen wir in seine H\u00e4nde. Das neue Jahr empfangen wir aus seinen H\u00e4nden. Und beides tun wir in der Gewissheit: Er geht mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Jahr geht zu Ende. In wenigen Stunden werden wir 2025 hinter uns lassen und 2026 beginnen. Ein Zeitpunkt, an dem viele von uns innehalten \u2013 manche mit Dankbarkeit, andere mit Erleichterung, wieder andere vielleicht mit gemischten Gef\u00fchlen. 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