Es waren die Fragen, die mich nicht mehr losgelassen haben. Diese großen, manchmal unbequemen Fragen, die sich nicht mit ein paar schnellen Antworten abspeisen lassen: Was trägt wirklich im Leben? Wie sprechen wir über Gott in einer Welt, die sich immer schneller dreht? Was bedeutet Glaube heute – für mich ganz persönlich?
Lange habe ich diese Fragen nur so nebenbei mit mir herumgetragen. Doch irgendwann wurde mir klar: Sie wollen nicht nur gestellt, sondern auch erforscht werden. Sie verdienen Zeit, Raum und die richtigen Werkzeuge, um ihnen auf den Grund zu gehen.
Manche dieser Fragen habe ich sogar direkt an den Bischof gerichtet. Warum ist die römische Kirche so, wie sie ist?Wie haben sich ihre Strukturen entwickelt? Welche historischen Wendepunkte haben sie geprägt? Die Antworten, die ich bekam, waren hilfreich – aber sie haben auch gezeigt, dass es mehr braucht als ein Gespräch, um diese komplexen Zusammenhänge wirklich zu durchdringen.
Deshalb habe ich mich entschieden, den Lehrgang Theologie an der Akademie am Dom in Wien zu beginnen. Ein Fernstudium, das sich in meinen Alltag einfügt, aber gleichzeitig die Tiefe bietet, die ich suche. Hier kann ich mich mit Bibelwissenschaft, Philosophie, Ethik und Spiritualität auseinandersetzen – und vor allem mit der Kirchengeschichte, die mir helfen wird zu verstehen, wie aus einer kleinen Bewegung in Galiläa die Institution wurde, die wir heute kennen.
Ich erhoffe mir von diesem Studium konkrete Antworten auf meine Fragen: Wie hat sich das Papstamt entwickelt? Welche Konzilien haben die Kirche geformt? Warum gibt es bestimmte Traditionen und Strukturen? Das sind keine rein akademischen Fragen für mich – sie berühren mein eigenes Glaubensverständnis.
Es ist kein Weg, um alle Fragen zu beantworten. Aber es ist ein Weg, um besser zu verstehen, warum diese Fragen wichtig sind. Und manchmal ist genau das der erste Schritt.
Ich bin gespannt, wohin mich diese Reise führt.